3/10/2004 Aethiopien / Turmi
Renatas Reisetagebuch / 6
Sechster Tourabschnitt
(Renata) Francis ist ein franzoesicher Fotograf, der auf Ibiza lebt. Er sucht in der ganzen Welt Menschen als Motive, um aus seinen Fotografien Kunstbilder zu machen. Er zeigt uns ein paar Beispiele seiner Arbeit, sie sind echt gut (www.francisgazeau.com). Den naechsten Tag bleiben wir in Turmi, dem Staedchen des Hamer-Stamms. Mit Francis fahren wir in die nah gelegenen Doerfer, um ein bisschen bildlich die Reise zu dokumentieren. Es ist schwer mit den Bewohnern zu verhandeln. Jeder moechte fotografiert werden, aber wir sollen dafuer noch bezahlen und dann gleich 5 Bir pro Schuss. Nein, danke, das koennen wir uns nicht leisten. Im Turmi selbst finden wir doch eine Gelegenheit ein paar gute Aufnahmen zu machen, fuer nur 2 Bir. Uns erreichen schlechte Nachrichten. Im Umkreis von Omorate, das 28 km vor dem inoffiziellen Grenzuebergang nach Kenia liegt, sind vier Regierungsbeamte und zwei Polizisten in den letzten zwei Wochen erschossen worden. Weil die Staemme der Galeb gegen die Hamer und die Maryle gegen die Turkana schon seit Ewigkeiten in kriegerische Handlungen verwickelt sind, wobei es meistens um Viehdiebstahl geht, wird ueberhaupt davon abgeraten, sich in der Gegend aufzuhalten. Nun, wir sind hier und wollen nicht unbedingt nach Omorate, sondern an der oestlichen Seite des Turkanasees nach Ilaret reisen. Es kursieren hier Geruechte um eine Unabhaengigkeitsbewegung- neue Buergerkriege zeichnen sich da ab. Die Polizei versichert uns, dass, wenn wir auf der Hauptstrasse blieben, es keine Probleme geben duerfte. Eine 100%-ige Garantie erhalten wir dafuer natuerlich nicht, auch wenn wir Deutsche sind. Bis an die Grenze sind es ca. 100 km und es gibt eine Abzweigung nach Dande, dem letzten Dorf auf der aethiopischen Seite.
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